Arbeitsweise
Meine Arbeit mit den Pferden
Klassische Gymnastizierung mit Gefühl, Verständnis und System
Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht die klassische Gymnastizierung des Pferdes.
Meine Pferde werden durch sinnvolle und logisch aufeinander aufbauende Übungen in ihr natürliches Gleichgewicht gebracht.
Dabei geht es nicht darum, dem Pferd eine bestimmte Form aufzuzwingen. Vielmehr soll es seinen Körper besser verstehen lernen und in seine Balance kommen um dann schadlos einen Reiter tragen zu können.
Ein gut ausgebildetes Pferd darf dabei weder körperlich noch mental verschleißen. Die Ausbildung soll seine natürlichen Bewegungsmöglichkeiten unterstützen und erhalten. Das Ziel sollte immer sein, die Pferde bis ins hohe Alter gesund zu erhalten und ihre Beweglichkeit und Tragfähigkeit bis zuletzt zu bewahren.
Die klassische Arbeit bietet dafür eine Vielzahl an bewährten Übungen. Gymnastizierende Lektionen werden gezielt eingesetzt, um das Pferd zu lösen, zu kräftigen, zu koordinieren und geradezurichten. Entscheidend ist für mich dabei nicht die Lektion an sich, sondern was sie im Pferdekörper bewirkt.
Mein Ziel ist ein Pferd, das sich frei, ausbalanciert und selbstbewusst bewegt, seinen Körper sinnvoll einsetzt und dabei immer weniger Unterstützung durch den Reiter benötigt. Je besser das Pferd ausgebildet ist, desto feiner können die Hilfen werden.
Den Körper verstehen
Um ein Pferd sinnvoll gymnastizieren zu können, muss man verstehen, wie sein Körper funktioniert.
Jeder Körper ist ein dreidimensionales Zusammenspiel aus Beweglichkeit, Stabilität und Spannung. Jede Bewegung wirkt sich auf den gesamten Körper aus und verändert dessen Balance.
Dieses Verständnis der Biotensegrität fließt deshalb in meine Arbeit ein. Biotensegrität ist keine eigene Trainingsmethode, sondern eine Betrachtungsweise, die hilft, Bewegungszusammenhänge besser zu verstehen.
Gerade bei Pferden, die körperlich aus dem Gleichgewicht geraten sind, kann es notwendig sein, zunächst am Boden anzusetzen. Dem Pferd wird aus Verspannungen und ungünstigen Bewegungsmustern herausgeholfen und bekommt die Möglichkeit, wieder freie Bewegungen und eine positive Körperspannung zu entwickeln.
Dazu nutze ich je nach Pferd gymnastizierende Boden- und Handarbeit, Faszientraining und manuelle Techniken. Auch der begleitende Einsatz des Hofmags kann im Rahmen des Trainings zum Einsatz kommen.
Was am Boden erarbeitet wird, soll sich letztlich in der Bewegung unter dem Sattel wiederfinden. So entsteht die Verbindung zwischen körperlicher Vorbereitung, klassischer Gymnastizierung und der eigentlichen Ausbildung des Pferdes.
Individuell statt nach Schema
Jedes Pferd bringt seine eigene Geschichte, seinen Körperbau, seine Stärken und seine individuellen Herausforderungen mit. Deshalb gibt es für mich kein Ausbildungsschema, das auf jedes Pferd gleichermaßen übertragen werden kann.
Ich arbeite mit Pferden unterschiedlichen Alters, Ausbildungsstands und unterschiedlicher Rassen.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf Rehatraining und dem Aufbau von Pferden mit besonderen körperlichen Herausforderungen, unter anderem bei PSSM2, ECVM oder Trageerschöpfung.
Ein individueller Trainingsweg wird dem körperlichen und mentalen Zustand des Pferdes angepasst und entwickelt sich mit ihm weiter.